Jugendfilmcamp Arendsee

Jugendfilmcamp Arendsee und wie ich dazu kam

Was war das denn für eine geile Woche? Für alle, die sich fragen was eigentlich abgeht, hier nochmal von ganz vorne:
Am Pfingstwochenende habe ich auf Facebook von dem Gewinnspiel des Jugendfilmcamps in Arendsee erfahren. Ziel war es einen Kommentar zu schreiben, mit der Begründung warum ausgerechnet man selbst einen Freiplatz für dieses Camp gewinnen muss und auf diesen Kommentar möglichst viele Likes zu bekomme. Da ich einige Wochen zuvor sowieso mit dem Gedanken spielte mich ganz regulär anzumelden, war für mich klar, dass ich diese Chance nutzen muss.

Kommentar geschrieben, einigen Freunden geschickt mit der Bitte, diesen Kommentar zu liken und abgewartet. Die, zu diesem Zeitpunkt, Führende hatte bereits etwa 30 Likes. Ich habe schnell gemerkt, dass es anders laufen muss, dass ich gewinne. Also habe ich ALLEN (etwa 99%, einige sind mir durchgerutscht), in meiner Freundesliste eine Nachricht geschrieben. Ich stieg am Donnerstag in das Gewinnspiel ein und es endete am Sonntagabend um 22 Uhr.

Nachdem ich nun einige Stunden verbracht habe, jeden anzuschreiben konnte ich nichts weiter tun, als abzuwarten und zu hoffen. Nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem die Führende immer etwa 20 Likes vor mir lag, wendete sich das Blatt am Samstag mittag. Ich war vorne. Der Hammer!!! Die Hundertermarke war erreicht und bei mir war kein Ende in Sicht. Minütlich erhielt ich Benachrichtigungen. Nunmehr die Zweite stagnierte allerdings.
Sonntag Abend, 22 Uhr. Ich war den ganzen Tag über gespannt, ob ich meine Führung ins Ziel bringen konnte. Ende des Liedes: Ich habe mit 260 Likes und über 150 Likes Vorsprung zur Zweitplatzierten gewonnen!

WOW! IHR SEID DIE BESTEN!
 Ohne euch, Freunde, Bekannte, Fans und Menschen, die mich unterstützen, bei dem, was ich gerne mache, hätte ich niemals eine so fantastische Woche erleben können, wie ich euch nun berichte:

Zunächst hatte ich einen straff gespannten Zeitplan. Donnerstag bis Sonntag war ich auf dem Camp D in Bad Segeberg. Am Sontag Abend kam ich wieder Zuhause an, lies meine Tasche fallen, packte meine Kamera ein und ab zum Public Viewing am Hafentor. Finale! Olé, óle! Aufgrund des erfreulichen Endergebnisses von 1:0 für die deutsche Elf war hier dann auch erst 2 Uhr 30 Schluss. Von Hafentor ab nach Hause. Sachen gepackt für Arendsee und ab ins Bett.

Montag Morgen um 9 Uhr 17: Abfahrt Richtung Altmark. Ca. 6 Stunden Fahrt lagen vor mir. Mit 4 Tagen Zelten, kurzen Nächten und dem WM-Finale in den Knochen, nutzte ich die Zeit, um etwas Schlaf nachzuholen. Mit etwa 90 Minuten Verspätung traf ich dann total fertig auf Norman Schenk, Leiter und Gründer des Jugendfilmcamps, Schauspieler („Die Männer der Emden“, „Alarm für Cobra 11“ uvm.), Regisseur und Produzent. 7 Tage Arbeit, Spaß und neue Erfahrungen standen auf dem Plan.

Auf dem Weg nach Arendsee!

Wie das nunmal so ist, beschnuppert man sich am Anfang erst einmal und so war auch die Stimmung beim ersten Zusammentreffen aller Teilnehmer. Verhaltene Gespräche und erstes Abtasten. Unsere Gruppe bestand aus 8 Teilnehmern, 5 Jungs, 3 Mädels im Alter von 16 bis 24 Jahren. Am Abend gab es noch eine kurze Vorstellungsrunde, bei der evtl. Vorkenntnisse besprochen wurden. Dann gab es noch Abendbrot und somit endete der erste Abend in Arendsee auch schon.

Am nächsten Tag gingen alle Gewerke in ihre eigene Ecke. Die Schauspieler machten gemeinsam mit ihrem Coach verschiedene Übungen, um locker zu werden und sich auf das Schauspiel an sich einzustimmen. Die Regie machte sich an das Drehbuch und fing bereits an, die gesammelten Ideen in Text zu verarbeiten und die Kamera-Sektion wurde in Technik und Bildsprache geschult. Technisch gesehen konnte ich glücklicherweise/leider nicht all zu viel mitnehmen, was die Bildsprache angeht allerdings umso mehr. Außerdem bauten wir unsere Shoulder-Rigs zusammen und ich beschäftige mich mit der Steadycam, die später noch zum Einsatz kommen sollte.

Nachdem das Drehbuch soweit stand, zogen wir los, um geeignete Drehorte zu finden. Arendsee bietet hier sehr schöne und spannende Plätze. Vor allem, das mittlerweile geschlossene und stark heruntergekommene Waldheim war für uns sehr interessant. Hier hätte ich gerne einige Szenen mehr gedreht. Vielleicht das nächste Mal. Auch das Kieswerk in Arendsee hielt schöne Bilder für uns bereit. Eine weitläufige Landschaft mit verwinkelten Ecken zwischen den Gerätschaften

Nun war es soweit. Die erste Klappe sollte fallen. Zusammen mit Joni, 21 Jahre, ebenfalls für Kamera & Schnitt im Camp, Klaus, ausgebildeter Schauspieler und Norman, fuhren wir in eine eher ruhigere Gegend, um die ersten Aufnahmen zu machen. Im Einsatz waren zwei Canon EOS 5D II (eine je Team), diverse Prime-Lenses, bspw. Carl Zeiss 50mm f1.4 oder das 35mm f1.4, ein Slider und eine Steadycam von Zolinger. Später am Mittag trafen wir (Joni & ich) auf das andere Team und die restlichen Schauspieler, um die ersten Gruppenaufnahmen zu drehen. In Heiligenfelde war eigentlich mit wenig Straßenverkehr zu rechnen, aber wie das Schicksal so will, wurden einige Takes durch vorbei fahrende Autos unterbrochen.

In der prallen Mittagssonne drehten wir mehrere Szenen ab, unter anderem auch einen Steadycam-Shot, den ich übernahm. Leider gab es etwas Probleme, sodass viele Aufnahmen verwackelt sind und wir einen Shot durch eine Aufnahme ersetzt haben, die wir aus dem Kofferraum unseres Transportautos heraus gedreht haben. Da wir alle keinerlei Erfahrungen am Set hatten, unterstützte uns Norman und seine Assistentin Maria bei einigen Dingen. Dennoch waren wir alle sehr überrascht, dass es doch einiges an Anstrengung erfordert konzentriert zu bleiben und es schwierig ist, den Drehplan zu verfolgen. Trotz alledem haben wir es geschafft die Schlussszene in den Kasten zu bekommen und konnten somit mit einem wunderbaren Bild in den Feierabend gehen 🙂

Drehtag 2

Heute ging es in den Wald. Es standen einige Verfolgungsszenen, sowie einige Dialoge auf dem Plan. Zumindest die knallige Sonne war etwas verbannt, allerdings konnte man trotz Sonnenblende kaum etwas auf dem Bildschirm erkennen und das Schärfeziehen war mehr Glücksspiel als präzises Arbeiten. Aber alles in Allem haben wir auch das sehr gut gemeistert. Ein Andenken aus diesem Wald sind ganz klar die zerkratzten Beine, die wir uns im Unterholz abgeholt haben (meinen größten Respekt an dieser Stelle an Johanna, die sich die Beine wohl am meisten zerkratzt hat und sich außerdem bei einer Rennszene mit einer kleinen Tanne angefreundet hat 😀 )

Der zweite Teil des zweiten Drehtages fuhren wir mit den Schauspielern ins Waldheim, um auch dort eine Dialogszene zu drehen. Herzlichen Dank an Jochen, der die untergehende Sonne derart gut gebounced hat (Reflektoren aufgestellt und somit einen relativ dunklen Raum super ausgeleuchtet), dass es eine Freude war. Im Waldheim kam wieder unser Slider zum Einsatz.

Drehtag 3

Am Samstag stand der letzte Drehtag an. Allerdings sollte bis spätestens um 14 Uhr die letzte Klappe fallen. Mit einem straff gespannten Zeitplan ging es um 9:30 Uhr in das Kieswerk, in dem wir nochmals einige Verfolgungsszenen abdrehten und ein Teil der Schlussszene, die den finalen Dialog beinhaltete. Für alle, die noch nie mit einer Kamera durch Sand gerannt sind: Es ist verdammt anstrengend 😀 Auch hier drehten wir wieder mit zwei Kameras parallel, um ein bisschen Zeit zu sparen. Besonders gefallen haben mir hier die Aufnahmen, die wir von einem Container herunter geschossen haben.

Zum Abschluss des Tages haben wir uns den restlichen Tag im Strandbad am Arendsee versüßt. Herrliches kühles Wasser und strahlender Sonnenschein waren die besten Voraussetzungen dafür. Dank Wasserrutsche und Schwimminsel im See blieb der Spaß auch nicht auf der Strecke. Den restlichen Abend verbrachten wir in gemütlicher Runde am Kino. Mit dem ein oder anderen Glas Wein lies es sich auch an dem warmen Sommerabend gut aushalten und um 22 Uhr war ganz sicher noch keiner im Bett 😉

Der letzte Tag

In den Sonntag starteten alle ein wenig später und gemütlicher. Nachdem wir zusammen gefrühstückt hatten ging es auch schon ans packen und die ersten verabschiedeten sich bereits um 12 Uhr. Über die Woche haben wir als Gruppe wirklich zusammen gefunden und so fiel es dementsprechend auch schwer sich aus dieser Konstellation wieder zu trennen.

Was ich von dem Jugendfilmcamp halte? – Ich finde es eine klasse Möglichkeit in die Film-Thematik einzusteigen. Egal, ob Regie, Kamera oder Schauspiel kann man die ersten Schritte gehen ohne unter einem eventuellen Erfolgsdruck zu stehen. Obwohl ich diese Woche in Arendsee gewonnen habe, hätte ich es definitiv nicht bereut, dafür bezahlt zu haben. Man hat fast alle Möglichkeiten in der Umsetzung des eigenen Filmes, technisch mehr als ausreichend ausgestattet und das Zusammengehörigkeitsgefühl ist enorm. Teamarbeit wird groß geschrieben, man kann die Dozenten jederzeit um Hilfe bitten und trotzdem geben sie einem die Freiheit, die man braucht.

Ich bedanke mich recht herzlich bei Norman, Maria, Bernd, Jochen, Thomas, Alex, Johanna, Linda, Kevin, Leon, Jared, Tobi und Joni, für eine absolut geniale Woche.

Die Aufnahmen sind gemacht, der Rohschnitt steht und nun schauen wir mal, ob und wann der Film fertig ist. Das bekommt ihr aber natürlich direkt aufs Brot geschmiert, wenn es was zu sehen gibt 😉