Allgemein, Blog, Equipment 20. November 2017 0

Reisen mit Equipment – Ohne Ärger durch den Zoll

Jeder Fotograf oder Filmer stellt sich vor dem Urlaub oft die Frage: Reisen mit Equipment – aber wie?

Dass die Kamera ständiger Begleiter von uns Fotografen und Filmern ist, ist ja kein Geheimnis. Man möchte nie den einen Moment verpassen und sich am Ende des Tages ärgern, dass man die Kamera oder sein Stativ zu Hause gelassen hat. Meist packt man zu viel ein und schleppt das ganze Equipment mit sich rum und verwendet dann doch nur einen geringen Teil davon.

Gerade wenn es um den wohlverdienten Urlaub geht macht man sich dann aber schon Gedanken was jetzt alles in den Koffer muss, um die schönen Strände oder die Sonnenuntergänge im Urlaubsparadies festzuhalten. Dieser Artikel soll aber nicht um die perfekte Reiseausrüstung gehen, sondern viel mehr darum, was und ob ich etwas bereits in der Reiseplanung beachten muss, wenn ich mit Equipment im Wert von mindestens mehreren Hundert Euro verreise.

 

Was gibt es vor Reisen mit Equipment zu beachten?

Gibt es etwas VOR Reisebeginn zu beachten? – Diese Frage lässt sich mit einem klaren JA beantworten. Um mit dem eigenen Equipment tatsächlich sorgenfrei rund um die Welt zu reisen ist es nötig alle Geräte beim deutschen Zoll anzumelden. Dies geschieht durch die sogenannte „Einfache Nämlichkeitsbescheinigung“ und steht auf der Website des Zolls unter der Formularnummer „0330“ als Download bereit. Hintergrund dieses Formulars ist, dass ihr bei Wiedereinreise in die EU nicht erneut Steuern für euer Equipment bezahlen müsst.

Bei Reisen innerhalb der Europäischen Union ist dieses Formular, dank Schengen-Abkommen, NICHT NÖTIG!

 

Wie muss ich das Formular ausfüllen?

Zunächst gehören die persönlichen Daten auf das Formular. Im größten Feld müsst ihr alle Gerätschaften, wie beispielsweise Kameras, Objektive, Laptop, Drohne etc. auflisten. Im Prinzip alles was etwa 50€ Wert übersteigt. Auf die Auflistung von Speicherkarten, kleinen Akkus und ähnlichem Kleinkram könnt ihr verzichten.

Um die Geräte eindeutig identifizieren zu können, verwendet ihr die Seriennummer, um diese mit auf das Formular zu schreiben. Sollten Teile keine Seriennummer besitzen, zum Beispiel ein Stativ, dann kann man auch eine Rechnungskopie erstellen und mitführen. Alle weiteren Felder der Bescheinigung sind selbsterklärend.

 

Was muss ich dann mit diesem Formular tun?

Das vollständig ausgefüllte Formular solltest du in zweifacher Ausführung ausdrucken und mit samt den eventuellen Rechnungskopien zum Zoll nehmen. Das kannst du entweder vor der Reise tun oder am Abreisetag direkt am Flughafen. Plane hier genügend Zeit ein, denn manchmal schauen sich die Zollbeamten alles ganz genau an.

Ist die Überprüfung deiner Formulare und Rechnungen erfolgreich, wird deine Nämlichkeitsbescheinigung abgestempelt. Dem stressfreien Reisen mit Equipment steht nun von Zollseite aus nichts mehr im Weg und es stehen für dich alle Tore der Welt offen.

 

Wozu der ganze Aufwand?

Die Arbeit, die ihr in das Erstellen der Nämlichkeitsbescheinigung steckt, ist um ein vielfaches geringer, als wenn ihr beim Zoll kontrolliert werdet und beweisen müsst, dass das Equipment in Deutschland gekauft wurde.

Kurz erklärt: Ihr kauft in Deutschland ein Objektiv. In der Gesamtsumme stecken bereits 19% Mehrwertsteuer, die durch die Abgaben des Händlers an Vater Staat gehen. Dieses Objektiv nehmt ihr mit auf eine Reise in die USA ohne Nämlichkeitsbescheinigung und kommt nach drei Wochen wieder am Frankfurter Flughafen an. Dort kontrolliert euch der Zoll und entdeckt das brandneue Objektiv und behauptet, dass dieses Objektiv im Ausland gekauft wurde. Wäre dies so, müsstet ihr Einfuhrumsatzsteuer bezahlen. Da ihr ohne Nämlichkeitsbescheinigung unterwegs seid, wird diese Steuer erstmal fällig, ihr könnt diese allerdings durch die Originalrechnung zurück erhalten.

Ihr seht, dass ihr im schlechtesten Fall euerm Geld hinterherrennen müsst. Durch das Formular und die Bestätigung des Zolls, dass für euer Equipment bereits Mehrwertsteuer in Deutschland bezahlt wurde, ist das Reisen mit Equipment deutlich entspannter und ihr müsst keinen Stress am Zoll befürchten.

 

Was passiert mit Equipment, das tatsächlich im Ausland gekauft wurde?

Solltet ihr im Ausland DAS Schnäppchen schlechthin gefunden haben, dann wird für diese Ware gegebenenfalls Einfuhrumsatzsteuer und Zoll fällig. Dies hängt von dem jeweiligen Wert der Ware ab. Die Freimenge bei Reisen mit dem Flugzeug liegt bei 430€ Gesamtwert (auch auf mehre Gegenstände aufteilbar). Bis zu diesem Betrag werden keine Einfuhrabgaben erhoben. Ware im Gesamtwert bis 700€ wird pauschal mit 17,5% besteuert. Alles was darüber liegt wird mit der Einfuhrumsatzsteuer (19%) und einem individuellen Zollsatz belegt. Daher solltet ihr bereits VOR dem Kauf im Ausland genau nachrechnen, ob es sich überhaupt lohnt zuzuschlagen.*

*Alle Angaben ohne Gewähr. Die aktuellsten Informationen findest du auf der Website des deutschen Zoll.

 

Der Bericht in Videoform

 

Wenn ich innerhalb Deutschlands unterwegs bin, reise ich meistens mit dem Zug. Warum und wieso kannst du in meinem Artikel „Warum ich Bahnfahren liebe“ nachlesen.

Mitja

About the author

Mitja: Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit Film. Nicht nur die Kameraarbeit selbst, sondern auch der Videoschnitt sind die größten Arbeitsgebiete. Ganz allgemein interessiere ich mich für alles was mit Technik zu tun hat.

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