Allgemein, Blog 1. Februar 2018 1

Warum ich Bahnfahren liebe

Warum ich Bahnfahren liebe wusste ich damals noch nicht. Als ich 2013 mein Gewerbe startete bin ich eigentlich von zwei bis drei Jobs im Jahr ausgegangen. Dass das Ganze doch so große Wellen schlägt, hätte ich nicht gedacht. Zu Beginn waren die Aufträge lediglich in Emden, ich erinnere an Hawaii Deluxe, Emden geht Post oder die Imagefilme, beispielsweise für die Firma Akkermann oder die Stadtwerke Emden. Doch mit der Zeit kamen auch immer öfter Anfragen aus der Heimat (Behind the Scenes Tirol oder Hochzeit im Schwarzwald) und dabei stellt sich natürlich die Frage wie man an die Örtlichkeiten kommt.

 

Bahnfahren vs. Autofahren

Da ich kein Auto besitze könnte ich mir natürlich für die Fahrt von ca. 750km (einfach) eines mieten und damit die Strecke zurück legen. Zum einen weil ich dadurch mein Equipment leichter transportieren kann, zum anderen der Flexibilität wegen. Ich könnte mir die Abfahrtszeit selbst raussuchen, könnte spontan einen Tag früher fahren oder vielleicht einen Tag länger bleiben. Ich könnte auch auf dem Rückweg Freunde besuchen oder mir ganz simpel eine Stadt anschauen. Doch all das lasse ich fürs Bahnfahren sausen. Aber warum?

 

Der Kostenfaktor

Als Schwabe steht ganz vorne natürlich der Kostenfaktor. Rechtzeitig gebucht komme ich mit der Deutschen Bahn deutlich günstiger weg. Im Schnitt bezahle ich 50-60 € pro Ticket (mit BahnCard 25), das macht in Summe 120 € für einmal durch Deutschland und zurück. Wenn wir von einem guten Verbrauch von sechs Litern auf 100 Kilometern und einer Gesamtstrecke von 1500 km ausgehen, liegen wir bei etwa 120 € für die komplette Strecke. Somit wäre es preislich ja identisch. Was ich aber beim Bahnfahren nicht habe, beim Autofahren allerdings schon (sofern es mein Auto wäre) ist der Verschleiß. Bei einem Mietauto kommt natürlich noch die Miete dazu, mit der wir dann deutlich über den 120 € der Bahn wären.

Hier geht es um zum Sparpreisfinder der Deutschen Bahn.

 

Stressfrei trotz Verspätungen?

Des Weiteren ist es für mich aber vor allem stressfreier. Jetzt werden einige Leute sagen, dass sich das ausschließt. Deutsche Bahn und stressfrei? – Pah. Die kommen doch ständig zu spät und die Züge fallen ständig aus. Da muss ich sagen, dass das teilweise stimmt. ABER… in den 5 Jahren bis zum heutigen Tag kam es nicht ein einziges Mal vor, dass ich mein Zielort nicht erreicht habe. Klar, einige Male bin ich später angekommen, aber ich bin auch einige Male früher angekommen als es mein Reiseplan vorgesehen hat.
Früher ankommen mit der Bahn?

Klar. Da ich zu 99% Sparpreise buche habe ich eine sogenannte Zugbindung. Ich muss also exakt den Zug nehmen, der auf meinem Ticket steht. Wenn dieser nun allerdings Verspätung hat (nehmen wir einfach mal den klassischen Oberleitungsschaden) und ich einen Anschlusszug nicht erreiche bzw. nicht erreichen kann (verschuldet durch die deutsche Bahn), dann entfällt diese Zugbindung. Kleiner Wermutstropfen: Ich muss mir die Verspätung in einem Servicepoint bescheinigen lassen. Das heißt: Wenn ich eine Verbindung gebucht habe, die nur Inter City Züge enthält und die Zugbindung entfällt, dann kann ich auch einen Inter City Express nehmen, der aufgrund von wenigeren Halten teilweise schneller am Zielort ist als der IC.

Autofahren

Stressfreies Autofahren? – Selten.

 

Entspannt reisen

Bahnfahren ist für mich nicht nur entspannter als Autofahren, weil ich manchmal früher ankomme. Dafür passiert es leider zu selten. Es ist hauptsächlich entspannter, weil ich mich frei bewegen kann. Ich kann während der Fahrt aufstehen, meine Beine vertreten und eine kleine „Runde“ laufen und mich dann wieder hinsetzen. Und das alles ohne, dass der Zug anhalten muss. Im Auto ist das schon schwieriger. Hier müsste ich einen Rastplatz abpassen, anhalten, aussteigen, eine Runde laufen und verliere dabei Zeit.

Bahnfahren

Entspannt reisen mit der Deutschen Bahn

Apropos Zeit

Der Zeitfaktor ist natürlich auch entscheidend. Ich bin die Strecke Emden-Stuttgart auch mehrere Male mit dem Auto gefahren und muss sagen: Es schenkt sich rein gar nichts. Im Gegenteil. Meist bin ich mit dem Zug schneller. Wenn man die ganzen Baustellen und potentiellen Staus beachtet, kommt man auf ca. acht Stunden Fahrt. Mit dem Zug schaffe ich es, je nach Verbindung, auch in unter sieben Stunden.

 

Zeit besser nutzen

Im Zug kann ich meine Zeit besser nutzen. Dabei ist es erstmal egal, ob ich währenddessen am Laptop Bilder bearbeite oder Filme schneide, E-Mails beantworte oder einfach ein Nickerchen mache. Ich kann mehr oder weniger alles machen und das bei halbwegs entspannter Verfassung. Fahre ich aber mit dem Auto, stehe ich acht Stunden lang unter Stress. Autofahren strengt körperlich und vor allem geistig einfach an. Es gibt genügend Idioten auf den Straßen, auf die man machen muss.

Arbeiten im Zug

Arbeiten im Zug

 

Letzter Faktor: Menschen

Nicht zu unterschätzen sind die Menschen, die man in Zügen oder Bahnhöfen trifft. Damit meine ich nicht zwingend das zweistündige Gespräche, in dem man sich gegenseitig seine Lebensgeschichte erzählt. Allein das Beobachten der Menschen macht mir Spaß. Hier trifft sich einfach alles. Vom 60-jährigen Punker bis hin zum 19-jährigen Manager. Natürlich sind auch manchmal Gespräche sehr interessant. So traf ich Ende 2016 eine ältere Dame aus den USA, die ihren Sohn auf Borkum besuchte. Das war sehr passend, da ich Anfang 2017 in die USA reisen wollte und ihr direkt ein paar Tipps entlocken konnte. Zugegebenermaßen habe ich meistens lieber meine Ruhe, höre Musik oder arbeite am Laptop.

Das war nun meine Abhandlung, warum ich liebend gerne Zug fahre. Wie reist du am liebsten? Benutzt du lieber einen Mietwagen oder bist du auch für das Bahnfahren? Lass’ es mich wissen 🙂

P.S.: Dieser Text wurde im Zug verfasst 🚂

Mitja

About the author

Mitja: Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit Film. Nicht nur die Kameraarbeit selbst, sondern auch der Videoschnitt sind die größten Arbeitsgebiete. Ganz allgemein interessiere ich mich für alles was mit Technik zu tun hat.

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