Blog, Foto, Hochzeiten 12. Juli 2016 0

Zweites Eheversprechen

Nun war es wieder soweit: Eine Hochzeit stand auf dem Plan. Genau gesagt: Das zweite Eheversprechen von Maike & Marco. Die beiden sind bereits über 12 Jahre verheiratet und haben sich fest vorgenommen im Pilsumer Leuchtturm sich erneut das Ja-Wort zu geben.

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Wie läuft sowas ab?

In diesem Fall wendet man sich als (Braut)-Paar an die Touristik Krummhörn. Dort wird ein Termin festgelegt und ein Standesbeamter organisiert. Alles fotografische wird dann direkt mit mir besprochen. So auch bei Maike und Marco. Per Mail wurde ein Termin für ein Telefonat ausgemacht. Alternativ geht natürlich auch beispielsweise Skype. Das hat den Vorteil, dass die Kommunikation wesentlich schneller und vor allem ohne Missverständnisse abläuft.

So wurden im Telefonat die Fakten abgeklärt. Also wann genau die Hochzeit stattfindet, wie viele Gäste anwesend sind und natürlich, und das ist das Wichtigste, was für Bilder sich das Paar vorstellt. Dabei ist es immer von Vorteil, wenn es Beispielbilder gibt, an denen sich der Fotograf orientieren kann. Nicht, dass Bilder kopiert werden, keineswegs, jeder Fotograf hat seinen ganz eigenen Stil, aber es gilt vorab zu klären, ob das Paar konkrete Vorstellungen hat, um diese dann umzusetzen.

In dem gebuchten Paket war ein Paar-Shooting (mit Kindern) sowie die Reportage im Leuchtturm selbst enthalten. Um den Zeitdruck und den Stress zu minimieren, entschlossen wir uns das Shooting vor der eigentlichen Hochzeit durchzuführen. Somit konnte das Paar ganz entspannt zu Kaffee und Kuchen übergehen ohne von den Gästen getrennt zu werden. Dies hat sich hinterher auch für die absolut richtige Entscheidung herausgestellt.

Das Shooting

Wie bereits erwähnt fand das Shooting vor dem Termin im Leuchtturm statt. Wir trafen uns ca. 90 Minuten vorher im schönen Greetsieler Hafen. Dadurch, dass das Paar aus größerer Entfernung nach Ostfriesland kam, war das auch der erste Kontakt von Angesicht zu Angesicht. Normalerweise treffe ich mich gerne bereits im Voraus. Dadurch können sich beide Parteien beschnuppern und schauen, ob es auf persönlicher Ebene passt. Das ist unglaublich wichtig, denn nur mit einem angenehmen Klima ist man locker und nur so entstehen schöne, authentische Aufnahmen.

Nichtsdestotrotz hat es wunderbar gepasst und so zogen wir durch den Hafen. Für das Paar ist es, gerade an öffentlichen Plätzen, immer eine Herausforderung locker zu werden und sich nicht vor der Kamera zu verstecken. Aber auch das war innerhalb einiger Minuten gar kein Thema mehr.

Eine besondere Herausforderung sind Kinder. Schnell wird das Shooting irgendwie langweilig, gerade wenn nur Mama und Papa fotografiert werden. Hier gilt es das nötige Feingefühl zu besitzen und die Kinder immer wieder in das Shooting mit einzubeziehen. Man muss einen Plan haben, von diesem aber immer wieder kontrolliert abweichen. Spontan sein, ohne die Kontrolle zu verlieren.

Nach etwas mehr als einer Stunde wurde es Zeit zum Leuchtturm zu fahren und dort die Gäste zu begrüßen.

 

Das Eheversprechen

Dort angekommen lernte ich die Freunde und Familie der beiden kennen. Ebenso sehr aufgeschlossen, offenherzig und freundlich. Ich stellte mich kurz dem Standesbeamten vor und klärte mit ihm die „Regeln“ ab. Nicht jeder mag es, wenn der Fotograf wie wild herum springt und seine Kamera auf Dauerfeuer laufen lässt – Verständlich. Auch hier muss das nötige Fingerspitzengefühl vorhanden sein. Möglichst unauffällig vor Ort sein und dennoch die entscheidenden Momente nicht verpassen. Zwei Etagen über dem Boden, mit einem herrlichen Ausblick über die Nordsee und mit Blick bis nach Holland, fand die Zeremonie des Eheversprechens statt. Im kleinen Kreis mit etwa 10 Gästen. Sehr familiär, nah und emotional.

Der Standesbeamte erzählte einiges über den Pilsumer Leuchtturm, dessen Geschichte und wie es dazu kam, dass man dort heiraten und das zweite Eheversprechen ablegen konnte. Alles sehr interessant. Mit einem Ohr lauschte ich gespannt zu, mit einem Auge habe ich durch den Sucher die Momente abgewartet und ausgelöst. Ich hatte ja einen Job zu erfüllen.

Nach der Zeremonie gab es einen kleinen Sektausschank mit anschließenden Gruppenfotos. Kleiner Tipp falls man die Gäste nicht alle zu ordnen kann: Immer das Brautpaar fragen, wer zu wem gehört. Das erspart einem viel Rennerei und viele Sorgen, dass am Ende vielleicht jemand auf dem Foto fehlt.

 

 

Das Persönliche

Ich habe es weiter oben bereits erwähnt. Das Paar und der Fotograf müssen auf einer Wellenlänge sein. Denn nur so kommen die passenden und glaubhaften Bilder zustande. Man muss Scherze machen können und sich auch neben dem Shooting selbst unterhalten können. Auch deshalb war ich von der Geschichte der beiden sehr fasziniert. Kennengelernt auf der Hochzeit ihres Bruders, lange Zeit eine Fernbeziehung geführt, das erste Kind bekommen, zusammengezogen und geheiratet. Ich konnte mich irgendwie wiederfinden. Ein sehr schönes Gefühl. Ich habe mich auf dieser Feier sehr wohl gefühlt, nicht zu letzt deshalb, weil Maike und Marco mir viele Freiheiten gegeben und mir das Vertrauen geschenkt haben, dass ich meine Arbeit gut mache.

Dafür bedanke ich mich aus tiefstem Herzen, denn letztlich ist auch die Hochzeitsfotografie eine Kunst, bei der es Freiheiten benötigt, um ein ansprechendes Ergebnis zu erzielen.

Ich wünsche dem Paar und ihrer Familie alles Liebe und Gute, auf die nächsten 12 Jahre (und noch viele weitere) 🙂

 

Mitja

About the author

Mitja:

Ich beschäftige mich seit über 10 Jahren mit Film. Nicht nur die Kameraarbeit selbst, sondern auch der Videoschnitt sind die größten Arbeitsgebiete. Ganz allgemein interessiere ich mich für alles was mit Technik zu tun hat.

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